„Jüdisches Leben und Feuerwehr“

Datum/Zeit
am 09.11.2017 um 18:15 Uhr
Art der Veranstaltung: Vortrag


c: www.vor-dem-holocaust.de

c: www.vor-dem-holocaust.de

Der von der NS‑Diktatur Anfang November 1938 initiierte Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung Deutschlands markiert mit seinen menschenverachtenden Ausschreitungen den bewusst öffentlich inszenierten vorläufigen Höhepunkt der systematischen gesellschaftlichen Ausgrenzung, Demütigung und Entrechtung dieser Gruppe deutscher Bürger. Am 9. November 2017 jährt sich dieses Datum zum 79sten Mal – ein Gedenktag, der zu Recht zur Erinnerung mahnt.Mustersatzung

Eingeleitet wurde dieser Prozess mit der Machtergreifung des verbrecherischen NS‑Regimes im Jahr 1933. Davon betroffen waren auch etwa 15 – 25.000 jüdische Feuerwehrkameraden. Pflichtbewusst und oft über Jahrzehnte hatten sie voller Stolz ihr Ehrenamt im Dienst für den Nächsten ausgeübt.Louis_Frenkel004

Rolf Schamberger M. A., seit 22 Jahren Leiter des Deutschen Feuerwehr-Museum in Fulda und stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte im Weltfeuerwehrverband CTIF, setzt sich seit vielen Jahren mit diesem Thema intensiv auseinander.

Sein Vortrag beleuchtet verschiedene Aspekte, so u. a.:

-die Gleichschaltung der Feuerwehren durch Umwandlung in eine technische Hilfstruppe der deutschen Polizei

-die Ausgrenzung der jüdischen Kameraden aus den Wehren

-das Verhalten der Feuerwehren während der Synagogenbrände

-die Häftlingsfeuerwehr des von der NS‑Propaganda zynisch als „Jüdisches Altersghetto“ verharmlosten Konzentrationslagers Theresienstadt.

c: Screenshot der Homepage www.vor_dem_holocaust_de, auf der auch jüdische Feuerwehrmitglieder einzelner Wehren gelistet sind.

c: Screenshot der Homepage www.vor_dem_holocaust_de, auf der auch jüdische Feuerwehrmitglieder einzelner Wehren gelistet sind.

Am Beispiel des gut dokumentierten Schicksals zweier jüdischer Feuerwehrkameraden wird exemplarisch der schmerzliche Weg aufgezeigt, den die deutsche jüdische Bevölkerung auch in Lauterbach von den ersten Demütigungen bis hin zu ihrer Ermordung beschreiten musste.

Der mit einer Bildpräsentation unterlegte Vortrag beginnt am 9. November 2017 um 20.00 Uhr im Rokoko-Saal des Hohhaus-Museums. Der Eintritt ist kostenfrei.