Orte der Erinnerung-Erinnerung an Orte

Datum/Zeit
am 30.12.2016 um 12:00 - 15:00 Uhr
Art der Veranstaltung: Finissage


Orte der Erinnerung – Erinnerung an Orte
Einzelaussxiii-ort-der-erinnerung-geballte-energie-o%cc%88l-feuer-und-eisenoxyd-auf-papier-auf-leinwand-52-x-45cm-2016tellung von Jens Rausch im Hohhaus Museum Lauterbach vom
13. November bis 30. Dezember 2016

Einladung zur Finissage am Freitag 30.12.16 mit Katalog-Publikation. Passend zum Jahreswechsel lädt das Hohhaus Museum Lauterbach und der Künstler Jens Rausch alle Kunstinteressierten herzlich dazu ein, das Ausstellungsjahr feierlich zu beenden. Die noch bis zum 30.12. laufende Ausstellung „Orte der Erinnerung – Erinnerung an Orte“ des aus dem Vogelsbergkreis stammenden Malers Jens Rausch wird dabei an seinem letzten Ausstellungstag mit einer abschließenden Finnisage feierlich beendet. Begleitend zur Ausstellung ist ein Ausstellungskatalog mit gelichnamigen Titel erschienen, der zu diesem Anlass zum ersten Mal öffentlich präsentiert wird. Der Künstler Jens Rausch wird am Freitag, 30.12. in der Zeit von 14.00 – 17.00 Uhr selbst vor Ort sein. Der Ausstellungskatalog wird dann zu einem Vorzugspreis von 7,-€ (statt später 9,90€ über den Buchhandel) erhältlich sein.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Öffnungszeiten über die Feiertage:
Samstag, 24.12. – Montag, 26.12. 2016 geschlossen.
Dienstag, 27.12. – Freitag, 30.12. 2016 geöffnet.
(Mittwochnachmittag geschlossen)
Samstag, 31.12. 2016 geschlossen.
Montag: geschlossen

Unsere üblichen Öffnungszeiten:
Di., Do., Fr. und So.: 10:00 – 12:00 + 14:00 – 17:00 Uhr
Mi.: 10:00 – 12:00 Uhr/Sa.: 14:00 – 17:00 Uhr

Orte der Erinnerung – Erinnerung an Orte
Erinnerung ist das mentale Wiedererleben früherer Erlebnisse und Erfahrungen. Im abgelegt inneren ‚Bild‘ verbleibt sie bis zur mentalen Erweckung stets auch in Verbindung mit einem
emotionalen Zustand, der fest mit den gefilterten Bildessenzen verknüpft worden ist. Die
wesentlichsten Bestandteile aus diesem Zustand können dabei in unterschiedlichsten
Graduierungen reaktiviert werden. Das können dann vage Erinnerungen sein oder aber
Erinnerungen, die mit einer beinahe als fotografisch empfundener Schärfe wiedererlebt werden
können. In seinen neuen prozesshaften Arbeiten erinnert sich Jens Rausch an seine eigenen Wurzeln und jene Orte, die fest mit seiner Herkunft verbunden sind. Die unter dem Titel ‚Orte der Erinnerung – Erinnerung an Orte‘ entstandene neue Werkserie zeigt realistisch gemalte Kultur- und Waldlandschaften, die sich nahezu austauschbar und stereotyp auch im kollektiven Gedächtnis wiederfinden lassen. Doch Rausch belässt es nicht bei einer bloßen malerischen Landschaftsdarstellung: Durch zerstörerische Eingriffe geht er den Bildträger visuell an. Das Idyll der Landschaft scheint bedroht, hat gewissermaßen Risse und Kratzer abbekommen. Das Bildmotiv wird mit Feuer immer wieder zerstörerisch durchfurcht. Wie vermeintliche Gedächtnislücken durchziehen diese Eingriffe das Bildmotiv und lassen einzelne Bildelemente verschwinden, verblassen oder oxidieren. Die Gegenwart von Vergänglichkeit ist elementarer Bestandteil der Bilder. Wie der Zahn der Zeit nagen die zerstörerischen Eingriffe an den Oberflächen der jeweiligen Bildträger und erwecken beim Betrachter eigene Assoziationen im autobiografischen Gedächtnis. Rausch nutzt die zerstörerischen Eigenschaften seiner Materialien immer auch als eine Metapher für Vergänglichkeit und dem Hinweis zur Erneuerung: Eisenoxyd als essentieller Bestandteil von Lebewesen – Rost als Ergebnis zu dessen Rückführung in einen natürlichen Kreislauf; Feuer als kalorische Energie und damit Leben erhaltendes, jedoch gleichermaßen vernichtendes Naturelement.
Durch diesen Einsatz von Prozessmaterialien baut Jens Rausch gleichzeitig den Aspekt von Zeit in seinen Arbeiten ein, denn auch nach Fertigstellung und Verlassen des Ateliers können die
Prozesse weiter gehen, sodass die Bilder ein Eigenleben unabhängig von der Hand des Künstlers entwickeln. Rauschs Bilder dokumentieren deswegen einerseits einen Zwischenzustand zwischen Werden und Vergehen. Andererseits versucht er auch zum Teil den Prozess anzuhalten, indem er Materialien wie beispielsweise Wachs mit seiner konservierenden Eigenschaft beifügt. Zeit ist in all seinen Facetten allgegenwärtig. Jens Rausch öffnet mit seinen Landschaftsbildern Fenster der Erinnerungen und lädt den Betrachter ein, damit auch seine ganz eigenen Wurzeln zu ergründen.
Jens Rausch, geboren 1976 in Fulda, lebt und arbeitet derzeit in Hamburg. Seit 2013 ist er mit
seinem Atelier im Hamburger Oberhafen ansässig. Zuletzt war er an Gruppenausstellungen in
Berlin, Hamburg, Tokio, Tiflis und Fulda beteiligt.

Mehr unter:  www.jensrausch.de