„Farben & Meer“: Die Leuchtkraft der Tempera

Datum/Zeit
am 01.10.2017 um 9:15 Uhr
Art der Veranstaltung: Vernissage


Foto: Häckell

Foto: Häckell

Die Vernissage von „Farben & Meer“ beginnt am Sonntag, 01.Oktober 2017 um 11.15 Uhr im Rokokosaal des Hohhaus-Museum. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgt das Duo „Kilix“ mit Felix Kästner (Gitarre) und Kim Kaczmark (Gesang). Zur Begrüßung sprechen die Präsidentin Gisela Maria Wittmer und Helga Trabes.
Die Temperafarbe ist Ursula Häckells Markenzeichen. „Diese Farbe entwickelt eine unvergleichliche Leuchtkraft und Tiefe“, weiß die gebürtige Hessin. Inspiriert vom nahen Meer in ihrer Wahlheimat Norddeutschland, nutzt die Künstlerin die Besonderheit der Eitempera, um die Stimmung des Meeres und das Licht der offenen Landschaft einzufangen. Rund 40 Werke aus einem Zeitraum von zehn Jahren stellt die Künstlerin in ihrer Ausstellung „Farben & Meer“, vom 1. Oktober bis 5. November 2017, im Hohhaus Museum in Lauterbach vor.
Die Temperafarben mischt Häckell selbst, aus Ei, in Terpentin gelöstem Dammarharz, Leinöl und Pigmenten. „Manchmal fühle ich mich wie in einer Hexenküche“, sagt sie. Es reizt die Künstlerin, immer wieder zu experimentieren. Denn wie das Resultat am Ende aussehen wird, kann man nie genau wissen. Weil Temperafarben sehr langsam trocknen, eignen sie sich bestens für übereinanderliegende Farbschichten. Trägt man auf eine bestehende Schicht frische Farbe auf, löst diese die erstere leicht an. Die Schichten verbinden sich und erzeugen so eine intensive, tiefe Farbe mit einem speziellen Glanz. Etwa drei bis vier Monate muss ein Bild mit zwanzig übereinanderliegenden Farbschichten trocknen. „Dann sieht man den besonderen Effekt“, erklärt die Malerin, „der zeigt sich auch in dem Licht von Werken alter Meister, wie Rembrandt oder van Gogh.“
Licht und Schatten ziehen sich thematisch durch alle Werke Häckells. Sowohl technisch als auch im übertragenen Sinne. „Je nach Lebenssituation spielt das Licht eine besondere Rolle“, weiß die hauptberufliche Pädagogin. Sie selbst nutzt die Malerei als Gegenpol zum beruflichen Alltag. „Denn Kunst gibt Freude durch Licht, Farbe und dadurch, dass sie etwas ganz Individuelles ist.“
Dass die Wahlbremerin nun mit „Farbe & Meer“ in der Nachbarschaft zu ihrer früheren Heimatstadt Schlitz ausstellt, freut sie. „Die Idee, hier auszustellen, kam von meinem Bruder“, erzählt Häckell. Als sie sich daraufhin mit einer Auswahl an Bildern bei Gisela Maria Wittmer und Hiltrud Pfnorr-Leihner vom Hohhaus-Museum Lauterbach e.V. vorstellte, einigte man sich schnell auf einen Ausstellungstermin. Unter den Exponaten mit Formaten von 20 x 20 cm bis zu 120 x 100 cm, wird auch Häckells erstes Bild zu sehen sein. Es entstand während eines Aufenthalts auf der Nordseeinsel Spiekeroog und bezeichnet den Beginn Häckells künstlerischer Laufbahn. Die jüngste Arbeit trocknet derzeit und soll ebenfalls mit nach Lauterbach: In ihr finden sich die warmen Farben der Küste Floridas wieder.
Ursula Häckell wurde am 22.03.1956 geboren. Mit 17 Jahren verließ sie ihre Geburtsstadt Schlitz, machte ein Ausbildung zur Erzieherin in Darmstadt und arbeitete anschließend in Gießen. 1984 zog sie mit ihrem Mann nach Bremen. 2007 sattelte Häckell von ihrem Hobby, der Musik, zur Malerei um. Seit zehn Jahren verfolgt sie diese Leidenschaft mit Ehrgeiz. Ihr Fokus liegt auf der Temperafarbe. Doch auch Drucke sowie Bilder in einer uralten Wachsmal-Technik, der so genannten „Enkaustik“, zählen zu ihren Werken. Erfolgreiche Ausstellungen in Bremen, Berlin und Mailand bestätigen die hohe Qualität ihrer Arbeit.